Der Kampf um den besten Windschatten

Mehrere Fotos von den Dreharbeiten zum Film „Strich durch die Rechnung“ zeigen Heinz Rühmann auf einem Rennrad mit einer eigenartig anmutenden Vorderradgabel. Mit großer Wahrscheinlichkeit sieht man ihn hier auf einem Fahrrad der Marke „Semper“, das speziell im Steherradrennsport zum Einsatz kam.

Ziel des Stehers (manchmal auch Dauerfahrer genannt) ist es, so dicht wie möglich an den Schrittmacher (das vor ihm fahrende Motorrad) heranzufahren. Denn der Windschatten, aber auch ein Sog der sich hinter dem Motorradfahrer entwickelt, ermöglicht die hohen Geschwindigkeiten, die in solchen Rennen gefahren werden. Es gab Zeiten, da konnten die Fahrer 100 km/h fahren, wobei sie mit dem Kopf schon fast den Rücken des Motorradfahrers berührten.

Und hier kommt auch wieder die eigenartig geformte Vorderradgabel ins Spiel. Mit dieser Konstruktion gelang es dem Radrennfahrer den Abstand zum Schrittmacher noch um ein paar Zentimeter zu verkürzen.

Heute ist der Abstand zwischen dem Schrittmacher und dem Rennfahrer klar reglementiert und durch eine hinten am Motorrad angebrachte Rolle begrenzt. Ein solch dichtes Auffahren wie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist nicht mehr üblich.

Heute erkennt man die speziellen Rennräder der Steher an einem auffallend kleinen Vorderrad und an einer extrem großen Übersetzung, weshalb die Fahrer auch angeschoben werden müssen. In guten Rennen sind heutzutage Geschwindigkeiten von 80 km/h möglich.

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