Vergessene Gesichter: Otto Wallburg

Otto Wallburg war der schnellstsprechende Komiker seiner Zeit. Kaum betrat er die Bühne, lachte das Publikum – noch bevor er den ersten Satz beendet hatte. Seine Stimme war der Sound einer ganzen Ära: rasant, unbeschwert, voller Leben. Der Dokumentarfilm „Vergessene Gesichter: Otto Wallburg – Der letzte Applaus“ erzählt die Geschichte dieses fast vergessenen Publikumslieblings – und wie schnell aus Applaus Verfolgung werden konnte.

Vom Bühnenstar zum Verfolgten
Wallburg stand in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf der Bühne und drehte an der Seite von Heinz Rühmann Filme wie „Bomben auf Monte Carlo“ (1931) und „Strich durch die Rechnung“ (1932) – für Letzteren entstanden Außenaufnahmen auf der Radrennbahn Forst in der Lausitz. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 endete diese Karriere abrupt: Boykott, anonyme Drohanrufe, Berufsverbot. Wallburg ging zunächst nach Wien, später ins Amsterdamer Exil. 1944 wurde er nach Auschwitz deportiert und ermordet.

Unveröffentlichte Quellen
Der Film stützt sich auf bislang unveröffentlichtes Material: die mündliche Überlieferung von Wallburgs Enkel François Wasserzug, der im Film selbst zu Wort kommt, sowie die Erinnerungen seines Sohnes Reinhard, die dieser Jahrzehnte später im Pariser Exil verfasste und die das Filmteam sichten durfte. Ergänzt wird die Spurensuche durch das Gespräch mit dem Historiker Daniel Körling (Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf) sowie durch Reenactment-Szenen, die zentrale Momente von Wallburgs Leben nacherlebbar machen.

Entstanden in der Lausitz
Produziert wurde der Film im FILM LAB Lausitz und über die Plattform Kulturelle Bildung gefördert. Kinder und Jugendliche aus der Region waren an Recherche, Produktionsbegleitung und Postproduktion beteiligt. Thematisch knüpft der Film an die Ausstellung „Unsichtbare Spuren“ im Filmmuseum Lausitz an, die sich jüdischen Filmschaffenden der Weimarer Republik und ihrem Schicksal im Nationalsozialismus widmet.


Stab
Drehbuch: Ariane Rykov
Regie: Uwe Marcus Rykov
Kamera & Producing: Mert Demir
Sprecherin: Chanty Loch

Technische Daten
Länge: 41 Minuten
Genre: Dokumentarfilm
Produktion: Filmmuseum Lausitz e.V. – FILM LAB Lausitz
gefördert durch die Plattform Kulturelle Bildung

Kontakt
Filmmuseum Lausitz e.V. – FILM LAB Lausitz
Reuthener Straße 38, 03130 Felixsee O.T. Klein Loitz
schlosskleinloitz@gmail.com | 0177-1369144

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