Was haben „Strich durch die Rechnung“ und „Rivaux de la Piste“ gekostet? (Teil 3)

Im dritten und letzten Teil der Serie, in der Geld und Finanzen im Mittelpunkt standen, geht es nun um das Budget für die Filmproduktion. Was hatte der Produzent Alfred Zeisler zur Verfügung bzw. was kosteten „Strich durch die Rechnung“ und „Rivaux de la Piste“?

Aktuell haben wir zwei Quellen, die hier erste Auskunft geben.

Das Forster Tageblatt vom 12. August 1932 teilte mit, dass die Herstellungskosten des Films etwas über eine Million Reichsmark liegen würden.

Ein UFA-Vorstandsprotokoll vom 21. Juni 1932 ist unsere zweite Quelle. Der UFA-Vorstand behandelte und genehmigte hier den Kostenvoranschlag von Alfred Zeisler in Höhe von 650 000 Reichsmark.

Höchstwahrscheinlich ist darin das Honorar der Spitzenschauspieler nicht eingerechnet. Sie standen bei der UFA gesondert unter Vertrag. Dazu ein Beispiel aus der Saison 1931/32: Käthe von Nagy bekam 110 000 Reichsmark und mußte im Gegenzug in einem Jahr in vier Filmen und den dazugehörigen französischen Fassungen mitspielen.

Abschließend können wir noch mit zwei Zahlen aufwarten, die ebenfalls einem UFA-Vorstandsprotokoll entnommen sind.

Unter dem Punkt: Reklameetat für die Uraufführung des Filmes “Strich durch die Rechnung“ im Ufa-Palast am Zoo steht, dass ein Etat für den Start und 10 Tage Laufzeit von 11.000 Reichsmark genehmigt wurde. Davon entfielen auf die Hausausstattung 2000,- Reichsmark.

Zur besseren Einordnung: Für das Jahr 1932 gibt die Deutsche Bundesbank eine Kaufkraftäquivalente von 4,5 an. Das bedeutet: 1 RM hatte 1932 den gleichen Wert wie heute 4,50 Euro. (Quelle: https://www.bundesbank.de/resource/blob/615162/d55a20f8a4ecedd6d1b53e01b89f11c4/mL/kaufkraftaequivalente-historischer-betraege-in-deutschen-waehrungen-data.pdf)

Nimmt man die obigen Zahlen zur Betrachtung, so würde der Film heute 2.925.000 Euro kosten, also fast 3 Millionen Euro. Eine „Tatort“-Folge im Ersten kostet im Schnitt 1,2 Millionen. Der Kino-Hit „Fack Ju Göthe“ hatte einen Etat von 5 Millionen Euro.

Käthe von Nagys Jahres-Gage beliefe sich auf 495.000 Euro (123.750 Euro pro Film). Zum Vergleich: Til Schweiger bekommt pro Tatort-Folge geschätzt 300.000 Euro.

In Deutschland wird heutzutage pro Drehtag bezahlt. „Tatort“-Kommisarin Maria Furtwängler soll eine Tagesgage von geschätzt 15.000 Euro haben. Die überwiegende Mehrheit der deutschen Schauspieler kommt nach Abzug aller Kosten auf rund 1000,- Euro im Monat, viele müssen sich sogar um Nebenjobs bemühen oder erhalten zusätzliche Leistungen vom Arbeitsamt.

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